Competency Based Training für Flight Operations Officer (Flugdienstberater)

Wissen lässt sich recht schnell und einfach vermitteln und überprüfen. Die Vermittlung von Fähigkeiten zur Anwendung dieses Wissens, zur Bewertung von Informationen, zur Beurteilung von Risiken oder zur Entscheidung, ist recht anspruchsvoll. Eine Kompetenzvermittlung ist erst vollständig, wenn, zusätzlich zu der Vermittlung von Wissen und den Fähigkeiten, die Anforderungen an die erwartete Einstellung oder Motivation erfüllt werden. Die ICAO versteht eine Kompetenz als Summe aus Wissen, Fähigkeit und Einstellung.

Die tatsächlichen Kompetenzanforderungen an das Job-Profil eines Flugdienstberaters oder Flight Operations Officers sind den meisten Trainingsorganisationen und auch den Prüfungsinstanzen unklar oder unbekannt. Die Ursache liegt vermutlich in einer schwachen Beschreibung der Kompetenzanforderungen an diesen Personenkreis, der die Aufgaben in der operationellen Kontrolle und Steuerung der „Flight Operation“ ausübt.

Die Ausbildung der Flugdienstberater in Deutschland ist in der Theoriephase sehr wissensorientiert, Kompetenzen werden nur in einem geringen Maße aufgebaut und abgefragt. Selbst wenn die Kompetenzanforderungen bekannt wären und eine Ausbildungsorganisation diese Kompetenzen vermitteln möchte, so würden diese Bemühungen durch die Durchführung einer einseitigen Wissensprüfung unterlaufen. Die Schüler bereiten sich vor allem auf die Prüfungen vor, zusätzlicher, in einer Prüfung nicht geforderter Kompetenzaufbau, ist aus der Sicht der Schüler und der Trainingsorganisation nicht zielführend. Weil weltweit und im Umfeld der Aviation die theoretische Wissensprüfungen umfangreich und voller Fallstricke sind, bedarf es einer aufwändigen Prüfungsvorbereitung der Schüler. Diese Prüfungsanforderungen stimmen nicht mit den Kompetenzanforderungen aus dem angestrebten Job-Profil überein.

Im ICAO Summit 2016 wurde daran erinnert, dass eine Verbesserung der Flugsicherheit erheblich von den Kompetenzen der unmittelbar beteiligten Personen beeinflusst wird. Damit die Flugsicherheit, unter den Anforderungen des prognostizierten weltweiten Luftverkehrswachstums, nicht durch einen Mangel an kompetenter Humanressource negativ beeinflusst wird, hat die ICAO im Herbst 2016 eine Competency Based Training Task Force zur Verbesserung der Ausbildungskonzepte gegründet. Die Grundlagen werden im erneuerten ICAO PANS Training Doc 9868 beschrieben, woraus fünf rollenbezogene Competency Based Training Manuals abgeleitet werden sollen.

  • Air Traffic Safety Electronics Personnel
  • Aircraft Maintenance Personnel
  • Flight Operations Officer
  • Air Traffic Controller
  • Pilot

Grundsätzlich soll jede Qualifikation Anforderungen an die jeweiligen Zielkompetenzen erfüllen. Diese Zielkompetenzen können mit Hilfe von beobachtbaren Verhalten vermittelt, demonstriert und gemessen werden. Eine Kompetenz ergibt sich aus der Zusammenwirkung von Wissen, Fähigkeiten und einer angemessenen Einstellung zur gegebenen Aufgabenstellung.

  • Knowledge
  • Skills
  • Attitude

Sobald für die Erledigung einer Aufgabe eine dieser drei Komponenten fehlt, ist keine brauchbare Kompetenz vorhanden. Das Erlernen und Prüfen von Wissen (Knowledge), ohne die Fähigkeit (Skills) zur Anwendung, ist nutzlos – ebenso eine sinnfreie erlernte Anwendungsfähigkeit, ohne ein angemessenes Wissen über die wichtigsten Zusammenhänge. Die Fähigkeiten, erlerntes Wissen anzuwenden, werden erst mit einer passenden Einstellung (Attitude), über die individuelle Verantwortung und Aufgabenstellung, zu einer nutzbaren Kompetenz.
Das Fehlen einer dieser drei Komponenten in der Verantwortung und der Tätigkeit im Bereich Operational Control, verhindert eine zuverlässige Erkennung von flugbetrieblichen Risiken.

Die wichtigsten Kompetenzen für Flight Operations Officer (FOO) werden in Gruppen zusammengefasst:

  • Application of Procedures and Regulations
  • Technical Expertise
  • Process Improvement
  • Communication
  • Situation Awareness
  • Workload Management
  • Problem solving and decision making
  • Leadership and teamwork

Die Voraussetzung für einen zielgerichteten Kompetenzaufbau ist die Beschreibung der beobachtbaren Verhaltensmuster, die während der Ausübung von Aufgaben (Tasks) erarbeitet oder gezeigt werden sollen.

Diese Kompetenzbeschreibung und deren Verhaltensmuster, zusammen mit einer Liste an FOO-typischen Aufgaben, bilden eine nachvollziehbare Grundlage für den Aufbau eines Qualifikations- und Prüfungsprogramms.
Die ICAO hat für die FOO einen Katalog an Kompetenzen und deren „Observable behaviours“ erstellt:

Competency Definition Observable behaviours
Application of Procedures and Regulations Identifies and applies procedures in accordance with published operating instructions and applicable regulations. Interprets SOPs appropriately
Applies SOPs flexibly where necessary
Follows all procedures in a timely manner.
Complies with applicable regulations and procedures
Technical Expertise Applies and improves individual technical knowledge and skills Retrieves the applicable data and operating procedures
Explains to other stakeholders the intent of the applicable procedure for a given context when necessary
Uses appropriate operational information (Meteorological, airports, crew, aircraft, network, general) to make optimum decisions
Uses standard and non-standard information distribution systems and sources
Keeps up to date with changes to operational standards.
Process Improvement Contributes to the continuous improvement of the system Consistently provides appropriate guidance to stakeholders and colleagues on how to implement procedures
Analyses evidence to identify opportunities for process improvement
Proposes process improvements for approval/adoption by management
Provide suitable justification for proposed improvements
Recognizes trends in practice of one’s own technical area.
Communication Communicates  effectively in all situations Ensures the recipient is ready and able to receive the information
Selects appropriately what, when, how and with whom to communicate
Conveys messages clearly, accurately and concisely
uses and interprets non-verbal communication appropriately
Confirms that the recipient correctly understands important information
Listens actively when receiving information
Asks relevant and effective questions
Adheres to standard radiotelephone phraseology and procedures
Accurately interprets communication in the language used in the Operation Manuals and in the operational environment

Effective written communication

Situation Awareness Perceives and comprehends all of the relevant information available and anticipates what could happen that may affect the operation. Identifies hazards and assesses risks.
Adjusts the operation in response to changes in the available the available resources (infrastructure, IT-systems, personnel)
Assesses the status of the operation (technical status of aircraft , weather conditions, NOTAMS, industrial action etc.)
Monitors current operations to identify operational risk
Develops contingency plans sufficiently in advance of an identifiable threat or risk
Workload Management Manages available resources efficiently to prioritize and perform tasks in a timely manner under all circumstances. Plans, prioritizes and schedules tasks effectively
Manages time efficiently when carrying out tasks
Maintains self-control in all situations
Collaborates to balance workload
Delegates tasks when necessary
Recognizes overload and asks for help early
Monitors and cross-checks actions
Verifies that tasks are completed with the expected outcome
Manages interruptions, distractions and failures
Evaluates individual capacity to perform work and takes appropriate action
Problem solving and decision making Accurately identifies risks and resolves problems.

Uses appropriate decision-making techniques.

Identifies relevant information required for the analysis of operational situations
Develops and applies an appropriate model for the situation (relations, coefficients etc.)
Makes appropriate decisions when confronted with conflicting, unexpected or incomplete information
Adapts decision making process to available time
Evaluates options in view of safety, costs and operational stability
Define the deadlines that limit the available options
Uses appropriate decision-making processes and tools
Evaluates own decision making to improve performance
Leadership and teamwork Collaborates up, down and across the organization to foster and promote a clear vision and common goals. Energizes others to achieve the operational goals. Manages professional relationships with appropriate role boundaries.
Gains the trust and confidence of others.
Inspires others to collaborate and strive towards excellence
resolves conflicts and disagreements in a constructive manner
Takes responsibility for mistakes
Provides relevant information and solutions to others
Provides and seeks effective and constructive feedback

Der Anspruch an die Kompetenzen wird über den Schwierigkeitsgrad und die Anzahl der gleichzeitig durchzuführenden Aufgaben bestimmt. Um Kompetenzen begreifbar, erlernbar und sichtbar zu machen, bedarf es der Benennung der Zielkompetenz und einer Auswahl der dazu passenden Aufgaben.

Diese Aufgaben sind funktions- oder rollenspezifisch, dagegen sind Kompetenzbeschreibungen allgemein und könnten fast jeder Berufsgruppe, auch außerhalb der Luftfahrt, zugesprochen werden. Die Kompetenzbeschreibungen der fünf, von der ICAO benannten Berufs- oder Funktionsgruppen, ähneln einander – jedoch nicht deren Aufgaben (Tasks).

Weil im Umfeld eines OCC viele Rollen zu finden sind, wird die ICAO, nach einem Update des Annex 6 Operation of Aircraft, die CBT-relevante Rollen im direkten Zusammenhang mit Operational Control klarer definieren. Jede Person, mit einer Entscheidungsberechtigung im direkten Zusammenhang mit der Planung, Initiierung, Streichung und Umleitung eines Fluges, erfüllt Aufgaben im Sinne der Operational Control. Die typischen und beispielhaften Aufgaben eines FOO werden in Task Families gruppiert und umfassen den Ablauf der Flight Operation:

  1. Task Family – Risk Assessment: eine Risikoanalyse über alle anstehenden Flüge und Vorhaben
  2. Task Family – Flight Planning and Tracking: die Flugplanung, als ein detailliertes Element der Risikoanalyse und der Planung sowie der Überprüfung des Flugverlaufs
  3. Task Family – Post Flight Analysis: die Nachbetrachtung einer Operation und Rückschlüsse auf Ursachen und Wirkung von Störungen

Innerhalb der Task Families werden die Aufgaben (Tasks) mit einer Benennung der wichtigsten Einzelschritte beschrieben. Jeder Einzelschritt kann mit Hilfe detaillierte Untereinheiten zu einem Aufgabenkatalog ausgeweitet werden, der, zusammen mit einer Auswahl der passenden observable behaviour aus dem Kompetenzkatalog, die Grundlage für ein zielgerichtetes Trainings-und Prüfungskonzepts bildet.
Ein beispielhafter Aufgabenkatalog:

Task Family – Risk Assessment

Task – Analyze Weather Data

– Analyze METARS and TAFS (Origin, Enroute, Destination and Alternate airports)

  • Demonstrate the application of OM-rules in relation to BECMG, TEMPO, PROB30 TEMPO and PROB (alone) and decide about the lowest ceiling and visibility/RVR, the expected OAT, Wind speed/direction/gusts and precipitation during the applicable time window of suitability
  • Evaluate the expected RWY in use and the resulting Cross- and Tailwind components
  • Extract and decode the actual RWY report and evaluate the influence of expected precipitation to the RWY braking action
  • Evaluate the consequence of icing conditions during ground and flight operation

– Analyze Upper Air Data

  • For designated locations and/or routes determine from forecast upper wind and temperature chart, if necessary by interpolation, the spot/average values for outside air temperature deviation from ISA, wind direction and wind speed

– Analyze SIG WX Data and PIREP’s (Convective activity, Jetstreams, Turbulence, Volcanic Ash, Icing, ITCZ)

  • Summarize the flight hazards of a fully developed thunderstorm
  • Identify or indicate on a map the positions of the ITCZ and evaluate the expected influence of the ITCZ to the planned flight track
  • State the weather and winds at the ITCZ and evaluate the flight hazards associated with the ITCZ
  • Evaluate the operational influence of icing conditions, Freeze Rain, Snow and other precipitation in relation to aircraft systems, equipment and MEL-restrictions
  • Identify the route segments affected by jet streams and possible CAT-areas.
  • Evaluate the duration of

– Evaluate major weather event (Typhoon, Snow, Freezing rain)

  • Summarize the operational risk by intercepting a wide area frontal system, Typhoon/Hurricane and Snowfront
  • Extract information about the direction of movement and speed of frontal systems, Typhoon and/or Hurricane
  • Evaluate the consequences for aircraft operation inside and in the vicinity of Typhoon/Hurricane
Task – Analyze AIP / NOTAM Data

ATC / Service strike action

  • Extract and decode the NOTAM about ATC service strike action
  • Describe different situations about ATC service strike action that influence operation control
  • Understand the importance of the actions and how to deal with it

– Long Term Airspace and Airport closures

  • Find the airspace and airport description and regulations in AIP
  • Notice the change of airspace and airport closures before releasing a flight and monitoring a flight
  • Understand the influence of airspace and airport closures and how to deal with it
  • Extract and decode the NOTAM about the change of airspace and airport closures before amended in AIP

– SUA airspace

  • Demonstrate different categories of SUA airspace and the entrance regulation of each SUA airspace
  • Find the regulations of entering different SUA airspace in AIP
  • Extract and decode the NOTAM about limitations or closure of a specific SUA airspace
  • Notice the limit time and flight level of a SUA airspace and the influence of flight operation
  • Analyze the solution to adjust flight route

– Long Term ATC route closures

  • Identify long term ATC route closure in AIP/AIP Amendment/AIP Supplement
  • Analyze the influence of ATC route closures on company routes
  • Demonstrate the adjustment of company route when ATC route long term closed

– Fuel availability

  • Extract and decode the NOTAM about fuel supply availability or find the fuel supply of an airport in AIP- Aerodromes (AD)
  • Describe the solution when fuel is not available in an airport
  • Calculate fuel when fuel is not available in destination airport
Task – Political unrest and Security threats

– Terrorist acts

  • Identify the different terrorist acts, e.g. hi-jack, threat or the bomb on the aircraft, terrorist disturbs the cabin order.
  • Notice the emergency level of a terrorist act
  • Extract information from the company security report
  • Identify flight monitoring procedure and the use of communicating methods when terrorist act happened
  • Describe the report procedure when terrorist acts happened. Point out which departments to report and the content to report.
  • Familiar with emergency disposal procedure and coordinate mechanism

– Natural disasters (Earthquakes)

  • Extract natural disasters information from company resources
  • Describe monitoring procedure and methods of communicating when natural disasters occurred
  • Identify the dangerous level of the natural disaster
  • Describe the report procedure and the departments to report
  • Make decision with PIC and find appropriate airport to land
  • Demonstrate emergency disposal procedure about natural disasters

– Widespread Industrial action

  • Extract information from the company security report
  • Describe different situation of widespread industrial action
  • Be aware of latest political unrest
  • Demonstrate emergency disposal procedure and coordinate mechanism about widespread industrial action
  • Enhance Cabin&Cockpit security methods.
Task – Company Resources

– Analyze Equipment availability

  • Describe the use of the approved airworthiness document, e.g. AFM,QRH,MEL/SDL.
  • Identify the minimum equipment requirement of releasing an aircraft.
  • Demonstrate the releasing procedures for the deferred items.
  • Extract and decode MEL/CDL and evaluate the operation and maintenance procedure.

– Analyze Crew Availability

  • Identify the composition, certificate requirements, training requirements of crew members.
  • Describe the definition of high minima captain and evaluate the landing minima of high minima captain.
  • Demonstrate the limitation of pilot duty time, flight time and rest time of pilot.
  • Demonstrate the limitation and rest requirements for duty period of cabin attendants and air marshal.
  • Identify the medical requirement and alcohol limitation of flight crew.

– Analyze Traffic rights (Landing and overflight permits)

  • Identify different requirement of landing and overflight permit of each authority
  • Describe procedures of application of different authority. The flight plan should be applied to relevant domestic and/or foreign aviation authority according to the specific procedures and time limit, and cannot be operated until the associated approval is obtained.

Task Family – Flight Planning

Task – Route Selection

– Optimized Time/Burn/Cost

  • Analyze and select appropriate route based on Flight Planning software recommendations

– Flight Level

  • Evaluate upper air weather products and decide appropriate flight level for ride and economy considerations

– SIG WX (Turbulence, Convective activity/Passenger comfort)

  • Extract relevant information from weather products (Upper air charts) and apply information during route and flight level selection process

– Fuel Freeze assessment

  • Identify if flight is subject to Fuel Freeze based on stage length and SAT/TAT

– ATC preferred routing

  • Extract ATC preferred routing data from Flight Planning System
  • Analyze ATC preferred routing requirements from AIP/ATC publications

– ATC required routing

  • Extract required ATC routing information from ATC advisories

– Grid MORA (High Terrain OPS)

  • Extract Grid MORA information from Navigation charts
  • Identify potential Drift down (Engine out) and Critical terrain (Depressurization) areas for a chosen flight route
Task – Airport suitability

– Takeoff Alternate selection

  • Assess the need for a Takeoff Alternate based on Meteorological data (METAR) for the airport of departure
  • Define the requirement for a Takeoff alternate based on regulatory and company guidance
  • Assess available takeoff alternate airports based on distance (2 engine vs 3 or more engines)
  • Assess available Takeoff Alternate airports based on weather (Alternate Minimums), NOTAMS, Crew qualification
  • Select appropriate Takeoff alternate based on regulatory and company guidance

– Enroute Alternate selection (ETOPS, Driftdown, Critical Terrain)

  • Evaluate available alternates based on route to be flown
  • Extract available alternates from Authorized Airport list (OPS SPECS)
  • Derive appropriate (OPS Spec approved) Alternate minimums based on type of operation (ETOPS, Drift down or Critical Terrain)
  • Extract appropriate NOTAMS for selected Alternate and assess the effect on the operation.
  • Extract and evaluate Weather data (TAF/METAR/CHARTS) and evaluate in relation to required minimums

– Destination Alternate selection

  • Assess the need for a destination alternate based on regulations and OPS Specs.
  • Evaluate available alternates based on route (arrival flow) to be flown
  • Extract available alternates from Authorized Airport list (OPS SPECS)
  • Derive appropriate (OPS Spec approved) Alternate minimums based on type of operation
  • Extract appropriate NOTAMS for selected Alternate and assess the effect on the operation.
  • Extract and evaluate Weather data (TAF/METAR/CHARTS) and evaluate in relation to required minimums

Takeoff/Landing/Alternate Minimums
– Takeoff Minimums

  • Select appropriate runway of intended departure based on available Meteorological conditions (Wind/Temp/Pressure)
  • Extract approved takeoff minimums (Standard or published) for the selected departure runway using available navigation charts (e.g. Jeppessen)
  • Compare required takeoff minimums to available Meteorological data (TAFS/METARS) and assess legality
  • Extract appropriate NOTAMS that may affect Takeoff Minimums ( TODA, Runway Lighting)
  • Extract MEL items and assess the potential impact on Takeoff Minimums.

– Landing Minimums

  • Select appropriate runway of intended Landing based on available Meteorological conditions (Wind/Temp/Pressure)
  • Extract approved landing minimums for the intended approach category (CAT I/CATII/CATIII) for the selected landing runway using available Instrument Approach Procedure (IAP) charts
  • Compare required landing minimums to available Meteorological data (TAFS/METARS) and assess suitability
  • Extract appropriate NOTAMS that may affect Landing Minimums ( LDA, Runway Lighting, Navigation aids, Runway closure)
  • Extract MEL items and assess the potential impact on Landing Minimums

– Alternate Minimums

  • Evaluate all available approaches that can be used to derive alternate minimums.
  • Select IAP’s to be used and define the use of 1 NAVAID or 2 NAVAID rule (This may vary by regional regulatory requirements)
  • Utilizing approved procedures derive alternate minimums from the selected available approaches.
  • Compare required Alternate Minimums to available forecast information at the intended Alternate and check for suitability at the ETA (at the Alternate)
  • Extract appropriate NOTAMS for the Alternate Airport and assess for potential impact on suitability (NAVAIDS, Runway closure)
  • Extract MEL items and assess the potential impact on Alternate Minimums

– NOTAMS (Navaids, Airport facilities)

  • Extract NOTAMS for all airports relevant to the operation (Departure, Destination, All Alternates)
  • Evaluate NOTAMS for all aspects of the operation (NAVAIDS, Airport Facilities, AD Closure, RWY Closure) and assess potential impact for suitability

– Approach procedures

  • Extract approved approach procedures from OPS Spec documents ( OPS Spec Part C)
  • Evaluate available approaches for all airports relevant to the operation (Departure, Destination, All Alternates) and assess suitability

– Crew qualification (CAT II/III)

  • Extract information regarding any “low time pilot” and assess impact on the operation (Limits to CAT II and CATIII approaches)

– Pavement loading limitations

  • Extract information from Airport pages and identify any potential pavement loading restrictions for Departure, Destination and Alternate airports
  • Apply any pavement loading limitations during Flight Planning/Gross Weight calculation process.
Task – Fuel Load

– Regulatory fuel requirements

Quote locally defined regulatory fuel requirements
Identify regulatory fuel requirements and apply these to the Fuel load that is reflected on the Flight Plan/Release

– Holding/Contingency
Extract information regarding factors that may affect the landing of the aircraft

  •  Potential for ATC holding
  • Airport arrival capacity vs. demand
  • Potential for vectoring/reroutes during arrival sequence
  • Airport configuration and potential for runway changes at the last minute
  • Weather in and around destination that may cause holding
  • Weather Enroute that may require reroute (Convection, Turbulence)

– Standard vs non-standard distribution

  • Extract information from operational manuals that define standard fuel distribution requirements
  • Identify on any given flight if a non-standard fuel distribution exists
  • Evaluate impact to the aircraft and/or intended operation when non-standard distribution exists
  • Determine implications if non- standard distribution to the weight and balance of the aircraft
  • Implement appropriate procedures to rectify non- standard fuel distributions before flight departure

– ETOPS fuel requirements

  • Determine ETOPS fuel requirements using company flight planning software for intended operation
  • Evaluate equal time point data to ensure proper fuel is boarded to protect for a diversion scenario based on both depressurization and engine out considerations
Task – Aircraft suitability

-MEL (boost pumps/un-useable fuel)

  • Evaluate inoperative systems to determine feasibility for the aircraft to perform the desired mission
  • Calculate performance using company flight planning software to ensure aircraft meets regulatory requirements for the intended operation
  • Review fuel requirements for items that restrict or affect fuel range of the aircraft
  • Verify MEL applicability including any expiration date is valid for the intended operation

– CDL (removed flap track fairing)

  • Calculate performance using company flight planning software to determine feasibility of the intended operation
  • Consider any limitations the missing component may require as described in the CDL

– CAT II/III capability

  • Evaluate aircraft capability based on certification and any inoperative components to determine CAT II/III capabilities
  • If CAT II/III capabilities are required for intended operation, determine crew suitability and operator authorizations for CAT II/III operations

– MEL (RVSM, RNP, Altitude restrictions)

  • Evaluate inoperative equipment that affect airspace requirements to determine suitability for intended operation
  • Consult AIP/NOTAMs/regulations for intended area of operation to comply with published restrictions
  • Ensure aircraft is capable of intended operation based on restrictions outlined in the MEL and airspace for operation

– Overwater capability (Life Vests/Rafts)

  • Ensure aircraft is equipped with adequate emergency equipment for overwater operations based on the operator requirements

– ETOPS

  • Ensure aircraft is in compliance with the operator’s approved ETOPS program
  • Select suitable enroute alternates as necessary
  • Verify suitability of ETOPS alternates by evaluating TAF and required weather minima
Task – Payload

– Planned payload (Passengers, Cargo, Bags)

  • Analyze expected payload to determine expected zero fuel weight (ZFW) weight of the aircraft
  • Evaluate performance based on planned payload
  • Determine if expected payload can be accommodated for the operation

– HazMat/Dangerous goods cargo

  • Ensure compliance with company procedures and applicable regulations for transport
  • Identify procedure to reach subject matter expert in the event of questions or concerns regarding materials contained in the cargo or proper handling
  • Ensure appropriate paperwork is provided to the flight crew in a timely manner

– Human remains

  • Extract procedural information from Operations Manuals to assure appropriate HR loading protocols are observed
  • Ensure compliance with company procedures and local customs
  • Ensure appropriate notifications are made to the Flight Crew prior to flight departure

– Organs for transplant

  • Follow company guidelines regarding organ transportation and advise appropriate ATC facilities as applicable
Task – Weather analysis

– METARS and TAFS (Origin, Enroute, Destination and Alternate airports)

  • Evaluate METARs/TAFs for all areas to obtain a familiarization of the weather conditions for the intended operation
  • Identify potential concerns and/potential limitations to the operation and prepare accordingly
  • Evaluate weather charts (Upper air and Surface) to ensure flight is not conducted into hazardous conditions and is in compliance with operational limitations
  • Evaluate surface weather products (TAF,METAR, Surface charts) to identify potential for runway contamination such as standing water, Ice Slush or Snow

– SIG WX data (Convective activity, Jetstreams, Turbulence, Volcanic Ash, Icing, ITCZ)

  • Extract information from upper air products to evaluate risks associated with SIG WX (Convective activity, Turbulence, Volcanic Ash and Icing Conditions
  • Evaluate known areas of severe weather potential if flying in the region (I.E. ITCZ, Volcano regions)
  • Evaluate and monitor data regarding significant weather and ensure pertinent information is given to the crew in an expeditious manner both before and during the flight.

– PIREPs

  • Extract PIREP information and use data in the route planning process
  • Advise Flight Crew prior to departure of any know or forest SIG WX conditions ( Turbulence, Icing, Convective Activity)
  • Monitor PIREPs in the vicinity of intended operation and advise crew of any pertinent information

– Upper air

  • Evaluate upper air forecast to identify areas of significant weather and turbulence

– Major weather event (Typhoon, Snow, Freezing rain)

  • Evaluate major weather events to determine impact to facilities and/or airspace and determine if operation in the expected conditions is possible/prudent
Task – Analyze AIP/ NOTAM data

– ATC / Service strike action

  • Evaluate source documents for known job action and subsequent planning requirements

– Long Term Airspace and Airport closures

  • Evaluate NOTAM/AIP information to ensure compliance
  • Establish alternative procedures to avoid airspace/airport during the closure period

– SUA airspace

  • Monitor NOTAMS and/or other sources of information regarding restrictions for the airspace
  • Ensure flights are not planned to operate within the area without appropriate permission

– Long Term ATC route closures

  • Evaluate NOTAM/AIP information to ensure compliance
  • Coordinate alternate route with ATC and/or other entities responsible for the airspace

– Fuel availability

  • Monitor sources for notification of reduction of availability
  • Communicate with supplier as applicable
Task – Performance analysis

– Runway selection

  • Identify desired runway(s) based on availability (NOTAM, Noise Abatement, ATC configuration)
  • Extract TAF and METAR data and determine desired runway based on wind direction
  • Evaluate local ATC information to determine active runway configuration

– Identify performance limitation (RATOW, CLW, STRUCT)

  • Evaluate performance using the flight planning software to determine limitations of the aircraft based on the runway of intended use, condition of the runway (dry, wet, contaminated), weight of the aircraft and weather conditions at time of departure

– Mitigation strategy for weight limited flights

  • Establish limiting factors and determine feasibility for performance improvement (runway change, wait for temperature reduction, repair performance limiting MEL item)
  • Follow company protocol for payload prioritization

– Enroute performance (Driftdown, Critical Terrain)

  • Identify potential Drift down (Engine out) and Critical terrain (Depressurization) areas for a chosen flight route
  • Establish a mitigation strategy for each of the identified areas

Task Family – Post Flight Assessment

Task – Assessment of Fuel Consumption Deviation

– Assess the influence of flight altitude deviations from planned altitude

  • Evaluate the average additional fuel consumption per 1.000ft deviation
  • Evaluate the specific range in kg/NAM and NAM/t per 1.000ft deviation

– Assess the influence of flight track (NAM) deviations from planned routing

  • Investigate the reason of changed flight track, i.e. ATC, traffic capacity, weather
  • Evaluate realistic countermeasures to reduce inflight deviations from optimum flight track

– Assess the influence of flight speed deviations from planned speed regime

  • Evaluate the influence of OAT variations to the resulting TAS
  • Evaluate the influence of GW variations to the resulting TAS
  • Evaluate the influence of the selected cruise procedure to the resulting TAS
  • Evaluate the influence of actual time costs to the planned Cost Index

– Assess the influence of gross weight deviations from planned gross weight

  • Evaluate the delta ZFW because of last minute change
  • Evaluate the amount of unplanned additional/extra fuel on board at Take Off
  • Evaluate the average additional fuel consumption per 1.000kg GW deviation
  • Evaluate the specific range in kg/NAM and NAM/t per 1.000kg GW deviation

– Assess the influence of wind deviations from forecasted wind speed and direction

  • Evaluate the average actual versus planned main wind direction per route segment
  • Evaluate the average actual versus planned main wind speed per route segment
  • Evaluate the influence of the actual average head/tail wind component per route segment and the resulting GS
  • Evaluate the influence of the actual average cross wind component per route segment and the resulting effective TAS
Task – Assessment of Irregular Operations (Diversions, Air Turnback, Incidents, Accidents)
  • Assess the root cause of the given IRREG
  • Assess the potential risks of given IRREG’s in relation to the actual risks and consequences
  • Evaluate the total additional costs of the IRREG
  • Identify and evaluate realistic countermeasures to reduce the potential risks in advance
  • Assess the remaining fuel inflight at a given position and evaluate the maximum holding time
  • Assess the planned or expected RWY in use versus actual RWY in use
  • Assess the availability of landing procedures (precision/non precision) during actual time of landing
  • Assess the availability and quality of information during operation from ATC, airports and internal sources
  • Evaluate the limitations and options on basis of the Route Documentation (OM-C)
  • Assess the technical status of the aircraft during operation and the aircraft system availability
  • Evaluate the limitations and handling options on basis of the Airplane Flight Manual (OM-B, AOM)
  • Evaluate the handling options in relation to the published rules and SOP’s from the Flight Operations Manual (OM-A)
  • Identify possible SOP adjustments to reduce the operational risk
  • Identify options of adequate process, tool and staff qualification improvements
  • Emergencies
Task – Assessment of Delays and Abnormal Ground Operations
  • Assess the root cause of given ground handling delay
  • Assess the potential risks of given Delays in relation to the actual risks and consequences
  • Identify and evaluate realistic countermeasures to reduce the potential delay in advance
  • Evaluate the total costs of delay, the average cost per delay minute, the average costs per delayed passenger
  • Evaluate the scope of company rules and SOP’s published in the Flight Operations Manual and Ground Operations Manual
  • Evaluate if the scope of the manuals is adequate to the given actual delay
  • Identify possible SOP adjustments to reduce the risk of delay
  • Identify options of adequate process, tool and staff qualification improvements
Task – Assessment of the quality of aeronautical data and information (Weather Forecast, NOTAM, airspace capacity forecast)
  • Compare the information from routine weather forecasts with the actual ceiling, visibility and wind direction/speed
  • Compare the forecasted against the actual time interval of weather conditions and state possible reasons of major deviations
  • Compare forecasted special weather phenomena with the actual condition
  • Analyze the given conditions of airport infrastructure (RWY, Taxiways, Apron) against the published status from AIP and NOTAMs
  • Analyze the availability of approach and/or enroute navigation procedure (incl. RAIM) against the published status from AIP and NOTAMs
  • Identify reliable information/data sources required to initiate the analytical process
  • Define an appropriate method of data collection and analysis
  • Compare the forecasted traffic volume at specific airports or ATC-sectors with the actual situation

Für die meisten Schüler ist das wichtigste Ziel der Erwerb eines Qualifikationsnachweises. Um dieses Ziel zu erreichen wird ein Schüler die Wertigkeit einer bestandenen Prüfung höher einstufen als die eines angemessenen Kompetenzaufbaus. Ein Schüler wird die Auswahl des Trainingsanbieters und der Qualifikationsmethode von den Kosten, der Dauer und von der erwarteten Anstrengung abhängig machen. Solange der erforderliche Qualifikationsnachweis effizient erreicht wird, spielen die Wahl der Trainingsmethode und der Aufbau von Kompetenzen keine große Rolle.

Eine Ausbildungsorganisation muss am Markt bestehen und wird die Gestaltung des Ausbildungsablauf von der Gesamtwirtschaftlichkeit und von den Kosten je Schüler abhängig machen – auch für diese „stakeholder“ spielt ein Kompetenzaufbau, sofern er nicht von der zuständigen Luftfahrtbehörde gefordert wird, keine starke Rolle.

Die Luftfahrtbehörden haben die Aufgabe, die Standards aus dem nationalen oder regionalen Luftverkehrsgesetz und den Empfehlungen der ICAO zu überwachen. Solange die Gesetze oder Empfehlungen anstelle von Kompetenz- vor allem Wissensanforderungen definieren, wird eine Luftfahrtbehörde bestrebt sein, eine leicht umsetzbare Wissensprüfung anzuwenden.

Ein Flugzeugbetreiber hat das Interesse, möglichst rasch auf Personalbedarf reagieren zu können. Die wichtigsten Anforderungen an das Personal, neben den Personalkosten, sind die passenden und nachweisbarem Kompetenzen sowie eine schnelle Personalverfügbarkeit. Weil die Flugzeugbetreiber in der Lage sein sollten, ihre Anforderungen an die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zu beschreiben, hat die ICAO CBT Task Force an dieser Stelle mit der Erstellung eines kompetenzbasierten Trainingskonzepts begonnen.

Die Rollen und ihre Aufgaben:

  • Die Flugzeugbetreiber beschreiben die Anforderungen an die Kompetenzen (Knowledge + Skills + Attitude) ihrer FOO’s und deren Aufgaben im Detail. Wenn diese Rolle nicht wahrgenommen wird, dann wird jede Qualifikation ziellos.
  • Die Ausbildungsorganisationen beschreiben die Qualifikationsprogramme zum Aufbau der Zielkompetenzen, unter Berücksichtigung der benannten Anforderungen und Aufgaben, und setzen sie um. Wenn diese Rolle nicht konsequent und professionell umgesetzt wird, dann wird der Aufbau von Kompetenzen dem Zufall überlassen
  • Die Luftfahrtbehörden überwachen diesen Prozess und die Erreichung der Zielkompetenzen. Wenn diese Rolle nicht klar und konsequent wahrgenommen wird, dann werden die Kompetenzanforderungen unklar formuliert oder mit einer geringen Qualität umgesetzt und überprüft.

Erst wenn diese drei Rollen glaubwürdig und professionell wahrgenommen werden, kann ziel- und kompetenzbasiert qualifiziert und geprüft werden. Es ist das Ziel, mit der Qualifikation eine hohe Kompetenz zu vermitteln und es solle nicht das Ziel ist, lediglich einen beliebigen Qualifikationsstand mit einer Lizenz nachzuweisen.
Die Wirtschaftlichkeit einer Qualifikationsmaßnahme wird durch den Kompetenzgewinn je Zeiteinheit im Verhältnis zu den Gesamtkosten definiert. Die konventionelle Methode zur FDB-Qualifikation beinhaltet einen sehr hohen Anteil an Prüfungsvorbereitungszeit zur Sicherstellung einer bestandenen abstrakten Wissensprüfung. Es ist gewiss sinnvoller, diese Zeit in den Kompetenzaufbau und Kompetenzüberprüfung zu investieren.

Auf der Grundlage der beschriebenen Zielkompetenzen und der schülerindividuellen Ist-Kompetenzen lassen sich flexible Trainingsabläufe und –schwerpunkte festlegen. Individuelle Qualifikationsabläufe ermöglichen im Idealfall das Erkennen und Schließen von Kompetenzlücken jedes einzelnen Schülers. Diese individuelle und kompetenzbezogene Umsetzung ist anspruchsvoller als die Umsetzung eines Standard-Syllabus mit vorgegebenen Unterrichtseinheiten, mit einer Standard-Dauer und -Reihenfolge.

Die Vorteile einer kompetenzbasierten Qualifikation
  • Ein weitgehend individualisierter Kompetenzaufbau auf der Grundlage vorhandener individueller Kompetenzen
  • Zielführend
  • Inkompetente Schüler können diese Ausbildung nicht abschließen
    gemessen an den erreichbaren Zielkompetenzen ist das Gesamtergebnis wirtschaftlich
Die Nachteile einer kompetenzbasierten Qualifikation
  • Für die Ausbildungsorganisation ist die Durchführung von kompetenzbasierten Training eine Herausforderung, weil die Zielerreichung an der Demonstration der Kompetenzen gemessen wird und nicht an der Anzahl der erfolgreich auswendig gelernten und richtig beantworteten Prüfungsfragen
  • Es werden angemessene FOO-Kompetenzen in der Ausbildungs- und Prüfungsorganisationen beansprucht
Die Vorteile einer klassischen Qualifikation
  • Für die Ausbildungsorganisationen keine große organisatorische Herausforderung, weil die Zielerreichung lediglich am abrufbaren und normierten Wissen des Schülers gemessen wird.
  • Es werden keine starken FOO-Kompetenzen innerhalb der Ausbildungs- und Prüfungsorganisationen beansprucht
  • Wissensprüfungen sind schnell und mit einem geringen Ressourceneinsatz umsetzbar
Die Nachteile einer klassischen Qualifikation
  • Normierter Wissensaufbau, schwacher Kompetenzaufbau
  • Unveränderliche Dauer, kaum individuelle Anpassungen des Ablaufs möglich
  • Wissensprüfungen treffen keine ausreichende Aussage über die Kompetenzen
  • Auch inkompetente Schüler können diese Qualifikation abschließen und es besteht die Gefahr, dass Kompetenzlücken erst ab dem Beginn einer Tätigkeit zufällig erkannt werden
  • Gemessen an den erreichbaren Zielkompetenzen ist das Gesamtergebnis unwirtschaftlich

Die Feststellung der individuellen Ist-Kompetenzen eines Schülers, vor Beginn des Trainings, ist eine Voraussetzung zur Trainingsaufnahme. Wenn genügend Schüler mit einem weitgehend einheitlichen Kompetenzniveau identifiziert wurden, dann können die passenden Trainingsmodule in einer passenden Reihenfolge wirtschaftlich angewendet werden. Ein einheitliches Kompetenzniveau sollte durch eine Eingangsprüfung sichergestellt werden.

Vor der Aufnahme von realistischen FOO-Aufgaben werden die Schüler Basiswissen und – fähigkeiten entwickeln müssen. Die Aufgaben zum Erwerb von Basiswissen, von Hintergrundinformationen und abstrakten Zusammenhängen können als „voraussetzende Lernziele“ auch als Aufgabe verstanden werden.

Ein Beispiel für ein realistisches FOO-Aufgabenpaket (Tasks): evaluate the expected RWY in use, select an appropriate approach procedure and extract the landing minima from the data base.

Ein Beispiel für eine Aufgabe als voraussetzendes Lernziel (prerequisite Learning Objective): Explain that ILS approaches are divided into facility performance categories

Eine einfache Unterscheidung dieser beiden Aufgabenkategorien besteht in der Annahme, dass während der Tätigkeit in einem OCC die „Aufgabe“, die Leistungskategorien von ILS-Anlagen zu erklären, nicht erwartet wird – diese Aufgabe als „Lernziel“ jedoch eine der zahlreichen Voraussetzungen für das Begreifen der Zusammenhänge und der späteren Erledigung der o.g. „realistischen“ Aufgabe darstellt.

Das zukünftige FOO CBT Manual wird einen Katalog an prerequisite Learning Objectives beinhalten, der, welch ein Zufall, einer überarbeiteten Version der FDB-Lernziele für die theoretischen Ausbildung entspricht.

Während einer Trainingseinheit sollte der Lernprozess so früh wie möglich durch die Anwendung von realistischen Aufgaben unterstützt werden. Diese Aufgaben sollten, bereichsübergreifend, mehrere Themengebiete umfassen. Die o.g. Aufgabe zur Ermittlung der Landing Minima sollte z.B. mit Daten und Verfahren aus den Themen Navigation, Performance, Operating Procedures und Meteorologie aufgebaut werden.

Die Trainings- und Prüfungsmethode sollte diese Anforderungen erfüllen:
  • Eine modulare Erarbeitung im Lehrsaal
  • Selbständiges Üben, unterstützt durch gemeinsame Kommunikationsplattformen für Schüler und Instruktoren
  • Eine Wiederholung der einzelnen Module in einem operationellen Umfeld (Praxis) und mit operator-bezogenen Aufgabenvarianten
  • Häufige Überprüfung der Kompetenzstände und eine Anpassung des individuellen Schulungsverlaufs
  • Kompetenzprüfungen mit einem starken mündlich/praktischen Anteil

Anbei detaillierte Anforderungen an eine FOO Qualifikationsentwicklung und an die Trainings- und Prüfungsorganisationen. Diese Liste ist nicht zwangsläufig vollständig.

Anforderungen an die Kompetenzen und Aufgaben für FOO
  • Eingrenzung Mindest-Kompetenzkriterien FOO
  • Beschreibung d. spezifischen Rollen
  • Beschreibung der Mindest-Tasks für alle Rollen
  • Beschreibung der spezifischen Tasks in den Rollen
  • Benennung der voraussetzenden Lernziele für FOO
  • Benennung der voraussetzenden spezifischen Lernziele je Rolle
Anforderungen an die FOO-Qualifikation und an den Rahmenbedingungen
  • Festlegung der detaillierten Ausbildungsthemen je Ausbildungsmodul
  • Festlegung der Abgrenzung und der Übergänge der Ausbildungsmodule
  • Anforderungen an die Module: Abgrenzung, Überleitung, Inhalte, Material, Instruktoren
  • Anforderungen an die Prüfungs-Tasks und Case Studies
  • Beschreibung der Methode je Modul: selfstudy/interaktiv, Material, Medien
  • Beschreibung der Ziel-Tasks je Modul, zusammen mit den Zielkompetenzen
  • Inhaltliche Auswahl der voraussetzenden Lernziele und Prüfungs-Tasks je Modul
  • Beschreibung des Schülertransfers in die jeweiligen modularen Praxisphasen: Aufgabenvarianten vom Operator zur Umsetzung in der Praxis, Standardisierung der Praxis-Instruktoren
  • Vereinbarung der Standardverfahren, Rechte und Pflichten zwischen der Trainingsorganisation und dem Operator
  • Festlegung der Verantwortlichkeiten und Aufgaben in der Trainingsorganisation
  • Prozess-und Verfahrensbeschreibungen für Administration, Training u. Assessment, Materialerstellung und -pflege
  • Verfahrensbeschreibung zur Abfrage und Integration der Erfahrungen im Training und aus d. Operation, Evidence Based
  • Beschreibung des Compliance Monitoring für gesetzliche Regeln und Industrie-Standards
  • Beschreibung der Ableitung von Steuerungsmaßnahmen aus den Anforderungen oder Empfehlungen der Compliance, den Erkenntnissen aus d. Operations Evidence-Prozess und den Schülerfeedbacks
  • Anforderungen an die Instruktoren, Standardisierung der Instruktoren
  • Anforderungen an das Basismaterial, online+offline
  • Anforderungen an das Begleitmaterial (OM-A, -B, -C, ICAO Docs, Lehrbücher, Regelwerke)
  • Anforderungen an die Übungsaufgaben
  • Anforderungen an die Plattform für Kommunikation und die Interaktion Instruktor-Schüler
  • Anforderungen an die Plattform für Materialbereitstellung
  • Anforderungen an die Plattform für Buchungen und Administration
  • Anforderungen an das Schüler Feedback
  • Auswahl/Erstellung des Basismaterials und der Übungsaufgaben
  • Auswahl und Qualifikation der Instruktoren
  • Zusammenstellung des Begleitmaterials und der Erstellung der Prüfungs-Tasks (Case Studies)
  • Beschreibung des Bereitstellung- und Update-Prozesses für das Arbeitsmaterial
  • Beschreibung des Feedbackprozesses und Verfahren
    Beschreibung des Kommunikationsprozesses für die Interaktion Instruktor-Schüler
  • Beschreibung der Prozesse für Buchungen und Administration
Anforderungen an eine Learning Management Plattform
  • Erzeugung von Statistiken (Teilnehmerzahlen, Feedback, Testergebnisse) und
  • Bereitstellung durch/für den Kunden
  • Bereitstellungsprozess für Material
  • Festlegung von Trainingszielgruppen, z.B. Basic FOO, Recurrent FOO
  • Festlegung von Rollen, z.B. Schüler, Instruktor, Evaluator, Training-Administration, IT-Administration
  • Zuordnung von Trainings- und Prüfungsmodulen zu den Zielgruppen (Basic und Recurrent)
  • Maximale Unterbrechungszeiten im Trainingsverlauf
  • Anforderungen an die Reihenfolge und die Terminfindung der Module
  • Automatische Schüler-individuelle Terminüberwachung, Anzeige und Warnung
  • Automatische Eskalation bei Terminüberschreitungen
  • Automatisierte Erzeugung und Ablage der Zertifikate oder Nachweise, nach d. Erreichen eines bestimmten Status

Viele Abläufe, die heute noch einen manuellen Eingriff voraussetzen, werden zukünftig automatisiert sein. Die handelnden Personen, in einem System der Operational Control, werden mit mehr Daten und Regeln immer mehr Flugereignisse planen, bewerten und die notwendigen Entscheidungen fällen. Die Bedeutung der Datenbearbeitung und –zuordnung wird zunehmen und die Kompetenzanforderung an Personen, aus einer vergrößerten Datenmenge heraus die operationellen Risiken zu erkennen, Konsequenzen zu ziehen und Entscheidungen zu treffen, wird steigen.

Die Personen, die einen Datensatz in einem Überwachungs- und Planungssystem für z.B. für die Verkehrsleitung oder Flugplanung und –tracking, eingeben oder verändern , müssen die Konsequenzen ihres Handelns überblicken und selbstständige Entscheidungen, unter der Beachtung der Standards aus dem Operation Manuals, treffen können.

Eine Trennung der Funktion des Flugplaners (Dispatcher), des Verkehrsleiters (Operations Controller), Mission Support oder Flight Control, Ops Engineering oder Navigation Data Expert, wird weniger ausgeprägt sein. Es ist zu erwarten, dass in einem schnelleren Wechsel Aufgaben oder Rollen auf die vorhandenen und kompetenten Personen umverteilt werden.

In einer arbeitsteiligen Welt werden rollenspezifischere Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen gestellt, die auf einer soliden und nachvollziehbaren Kompetenzbasis aufbauen müssen. Diese Basisqualifikation (Flight Operations Officer) wird noch nicht zur selbstständigen Durchführung von rollenspezifischen Aufgaben im Sinne der Operational Control berechtigen, dazu bedarf es eines weiterführenden und operator-bezogenen Kompetenzaufbaus.

Die aufbauenden und rollenspezifischen Zusatzkompetenzen sollen, unter der Berücksichtigung der Operator-spezifischen Aufgaben, vermittelt und geprüft werden – entsprechend der Beschreibung im OM-D des Operators.

Ein Recurrent Training soll die Evidenzen, daher belegbare und nachvollziehbare operationelle Ereignisse, in das Trainingskonzept integrieren und auf der Basis der Kompetenzkriterien und vielen realistischen Aufgabenstellungen absolviert werden, inklusive einer angemessenen Kompetenzprüfung. Die Erfahrungen aus einem Recurrent Trainingsprogramm sollen in das Basistraining integriert werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Übungsaufgaben Aufgaben (Tasks) auf einem angemessen und aktuellen Stand bleiben. Der Wert der Erfahrung, insbesondere aus den Kompetenzkategorien Situation Awareness und Problem Solving and Decision Making, ist sehr hoch. Der Erfahrungsschatz der „alten Hasen“ soll systematisch in den Knowhowtransfer und Kompetenzaufbau integriert werden.

Wenn die Kompetenzanforderungen an die handelnden Personen erfüllt werden, dann werden Qualität und Schnelligkeit der Entscheidungsprozesse, in einem Gesamtsystem der Operational Control, verbessert – ebenso die operationelle und wirtschaftliche Kontrolle über die allgemeinen flugbetrieblichen und sicherheitsrelevanten Risiken.

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